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Industrie-Website, die Anfragen bringt: Checkliste

Eine Industrie-Website bringt Anfragen, wenn sie auf den ersten Bildschirmen die drei Fragen des Einkäufers beantwortet: Können Sie mein Teil fertigen, haben Sie das schon gemacht, und wie bekomme ich einen Preis. Dafür braucht es Leistungsseiten in der Sprache des Einkäufers, ein Anfrageformular mit Zeichnungsupload auf jeder Seite, schnelle Ladezeiten auf dem Handy, technisches SEO und Conversion-Messung.

Guilherme Rodrigues ItinoseAktualisiert 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste

  • Leistungsseiten mit Verfahren, Werkstoffen, Abmessungen und Toleranzen statt Slogans.
  • Ein Anfrageformular mit Zeichnungsupload auf jeder Seite, nicht nur unter Kontakt.
  • Ladezeit zählt: Einkäufer öffnen Ihren Link oft auf dem Handy zwischen zwei Terminen.
  • Eine Seite pro Leistung und Branche gibt Google etwas Konkretes zum Ranken.
  • Formulare und Anrufe als Conversions messen, sonst weiß niemand, was wirkt.

Die meisten Industrie-Websites sind Online-Broschüren: ein Foto der Halle, ein Satz über Qualität und eine Kontaktseite. Sie sehen ordentlich aus und bringen fast nichts, denn wer kommt, stöbert nicht. Ein Konstrukteur oder Einkäufer hat ein Teil im Kopf und eine kurze Liste möglicher Lieferanten. Beantwortet Ihre Website seine Fragen nicht innerhalb einer Minute, schließt er den Tab.

Diese Checkliste nutzen wir, wenn wir eine Website für einen Fertigungsbetrieb bauen oder prüfen.

Was prüft ein Einkäufer zuerst?

Wer einen neuen Lieferanten bewertet, prüft fast immer dieselben drei Dinge in dieser Reihenfolge:

  1. Können Sie das fertigen? Verfahren, Werkstoffe, Bauraum, Toleranzen, Zertifikate, die Sie wirklich haben.
  2. Haben Sie das schon gemacht? Branchen und echte Beispiele, die Sie zeigen dürfen.
  3. Wie bekomme ich einen Preis? Eine Anfrage, die offensichtlich, schnell und mit Zeichnung möglich ist.
Frage des Einkäufers Wo die Website antwortet
Können Sie das fertigen? Leistungsseiten: Maschinen, Werkstoffe, Abmessungen, Toleranzen
Haben Sie das schon gemacht? Branchenseiten und Referenzen mit echten Teilen
Wie bekomme ich einen Preis? Anfrageformular mit Zeichnungsupload auf jeder Seite
Kann ich vertrauen? Zertifikate, Adresse, Team, Antwortzeit

Was gehört auf eine Leistungsseite?

Die Leistungsseite ist das industrielle Gegenstück zur Produktseite. Sie sollte klingen, als hätte sie jemand aus der Werkstatt geschrieben:

  • Das Verfahren in klaren Worten: CNC-Drehen, 5-Achs-Fräsen, Laserschneiden, Schweißen, Spritzguss.
  • Abmessungen und Grenzen: maximaler Durchmesser und Länge, Blechformat und -dicke, Pressenkraft.
  • Werkstoffe, die Sie regelmäßig verarbeiten, und solche auf Anfrage.
  • Typische Toleranzen und Oberflächen, ehrlich angegeben.
  • Stückzahlen: Prototyp, Kleinserie, Serie.
  • Fotos echter Teile, ohne Kundenzeichnungen oder Logos.
  • Eine Anfrage am Seitenende und im Kopfbereich.

Eine Seite pro Verfahren funktioniert besser als eine lange Seite “Leistungen”, weil jede Seite für ihre eigene Suche ranken kann, etwa “5-Achs-Fräsen” plus Region.

Warum braucht jede Seite eine Anfrage?

Weil Einkäufer nicht auf der Startseite landen, sondern dort, wohin Google sie schickt, meist auf einer Leistungs- oder Branchenseite. Ist der nächste Schritt zwei Klicks entfernt, gehen viele verloren.

Ein gutes Anfrageformular in der Fertigung:

  • Nimmt PDF, STEP und DXF an und bietet ein Linkfeld für große Dateien.
  • Fragt nur, was für ein Angebot nötig ist: Werkstoff, Menge, Wunschtermin, Kontakt.
  • Nennt, wann Sie antworten (zum Beispiel “innerhalb von 1 Werktag”).
  • Schickt dem Einkäufer eine Kopie und landet direkt bei der Person, die kalkuliert.

Wie schnell muss die Website sein?

So schnell, dass sie auf dem Handy sofort da ist. Googles Core Web Vitals geben ein gutes Ziel vor: Hauptinhalt in höchstens 2,5 Sekunden (LCP), schnelle Reaktion auf Eingaben (INP) und keine springenden Elemente beim Laden (CLS). Praktisch heißt das: statische oder vorgerenderte Seiten, Bilder in passender Größe als WebP oder AVIF, keine Slider oder Autoplay-Videos oben und höchstens zwei Schriftfamilien.

Welches technische SEO braucht ein Fertigungsbetrieb?

Element Wozu es dient
Eigener Titel und eigene Beschreibung pro Seite Sagt Google und Suchenden, worum es geht
Ein H1 und geordnete Zwischenüberschriften Strukturiert den Inhalt für Leser und Crawler
XML-Sitemap in der Search Console Listet alle Seiten, die indexiert werden sollen
Saubere URLs und Weiterleitungen alter Seiten Erhält die Relevanz alter Seiten
Strukturierte Daten (Organization, Service, FAQ, Breadcrumb) Hilft Google zu verstehen, wer Sie sind
hreflang bei mehreren Sprachen Zeigt jedem die richtige Sprachversion
Google Unternehmensprofil Bringt Ihren Standort in Maps und lokale Ergebnisse

Beim Start ist das günstig; später nachzubessern ist teuer.

Wie misst man, ob die Website wirkt?

Richten Sie Conversions ab Tag eins ein: jede Anfrage, jeder Anruf und jeder Messenger-Klick von der Website. Dann reicht eine einfache Monatsübersicht: Besuche pro Seite, Anfragen pro Seite und Herkunft der Besuche. So sehen Sie, welche Leistungsseiten Anfragen bringen und welche Branchen eine eigene Seite verdienen. Wer zusätzlich Anzeigen schaltet, sieht damit auch die Kosten pro Anfrage, siehe unseren Leitfaden zu Google Ads im B2B.

Welche Inhalte bringen dauerhaft Besucher?

Leistungsseiten erreichen Menschen, die wissen, was sie brauchen. Fachartikel erreichen sie früher, während der Recherche: wie man eine DXF vorbereitet, welche Toleranz man angibt, wann 3D-Druck statt Zerspanung sinnvoll ist. Bei vielen Produkten leistet ein digitaler Katalog mit einer Seite pro Produkt dasselbe in großem Maßstab.

Was sind die häufigsten Fehler?

  • Mit dem Design beginnen. Wer Farben und Vorlagen wählt, bevor Texte und Fotos stehen, bekommt schöne, leere Seiten.
  • Eine einzige Leistungsseite. Alles auf einer langen Seite rankt für keine konkrete Suche.
  • Formular nur unter Kontakt. Wer über Google auf einer Leistungsseite landet, sucht nicht im Menü; der nächste Schritt muss dort stehen.
  • Nichts messen. Ohne Conversions weiß niemand, ob die Website Anfragen bringt und welche Seiten wirken.
  • Stockfotos statt eigener Bilder. Einkäufer erkennen Archivbilder sofort, und sie schwächen das Vertrauen.

Was bestimmt die Kosten einer Industrie-Website?

Die Anzahl der Seiten und Sprachen, wer die Texte schreibt, eigene Fotos oder ein Fototermin, Formulare mit Datei-Upload, Anbindungen an CRM oder ERP sowie der Umfang von SEO und Tracking. Ein klar definierter Seitenplan vor dem Start ist der wirksamste Hebel gegen Kostenüberraschungen.

Checkliste vor dem Start

  • Jede Seite hat eigenen Titel, eigene Beschreibung und ein H1.
  • Das Formular funktioniert mobil und nimmt Zeichnungen an.
  • Alte URLs leiten per 301 auf die neuen weiter.
  • Die XML-Sitemap ist online und in der Google Search Console eingereicht.
  • Formulare und Anrufe werden als Conversions gemessen.
  • Das Google Unternehmensprofil hat Adresse, Öffnungszeiten und Website-Link.
  • Die Seiten laden schnell auf einem Mittelklasse-Handy im Mobilfunknetz.
  • Domain und Hosting laufen auf Ihr Unternehmen.

So gebaut ist eine Website keine Broschüre, sondern ein Vertriebskanal, der arbeitet, während Ihr Team an den Maschinen steht.

Wann sich Outsourcing lohnt

  • Die aktuelle Website ist eine Online-Broschüre und niemand weiß, wie viele Anfragen sie bringt
  • Intern fehlt die Zeit für technische Texte, SEO und Tracking

Wann nicht

  • Sie brauchen einen vollständigen Onlineshop mit Warenkorb, Versand und Zahlung; das ist ein anderes Projekt

Häufige Fragen

Wie viele Seiten braucht eine Industrie-Website?

So viele, dass jede Leistung und jede wichtige Branche eine eigene Seite hat. Für die meisten Lohnfertiger sind das 10 bis 25 Seiten: Start, eine Seite pro Verfahren, einige Branchenseiten, Referenzen, Unternehmen und Kontakt.

Sollten wir Preise veröffentlichen?

Bei Auftragsfertigung meist nicht, weil der Preis von der Zeichnung abhängt. Nennen Sie, was den Preis bestimmt (Werkstoff, Menge, Termin), und machen Sie die Anfrage einfach.

Reicht ein Kontaktformular?

Ein Formular mit Zeichnungsupload spart eine komplette E-Mail-Runde. Nehmen Sie PDF, STEP und DXF an und bieten Sie ein Linkfeld für große Dateien.

Wann bringt die Website Anfragen über Google?

Seiten werden meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen nach Veröffentlichung und Sitemap-Einreichung indexiert. Rankings für umkämpfte Begriffe dauern länger und hängen von Inhalt, Links und Wettbewerb ab; messen Sie monatlich.

Quellen

  1. Google Search Central: SEO-Leitfaden für Einsteiger (abgerufen am 9. Oktober 2026)
  2. web.dev: Core Web Vitals (abgerufen am 9. Oktober 2026)
  3. Google Unternehmensprofil: Richtlinien (abgerufen am 9. Oktober 2026)

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