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Digitaler Produktkatalog statt PDF: so geht der Katalog online

Ein Online-Katalog schlägt das PDF, weil er auf dem Handy schnell lädt, von Google Produkt für Produkt gefunden wird, sofort aktuell ist, wenn sich Daten ändern, und Einkäufer den exakten Artikel anfragen lässt. Der Weg online heißt: Produktdaten bereinigen, Kategorien und Filter festlegen, jedem Produkt eine Seite mit technischen Daten und strukturierten Daten geben und eine Anfrage pro Artikel einbauen.

Guilherme Rodrigues ItinoseAktualisiert 5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste

  • Ein PDF ist für Google Artikel für Artikel unsichtbar; eine Produktseite rankt mit Name und Artikelnummer.
  • Die meiste Arbeit steckt in den Daten, nicht im Design: Felder, Einheiten, Fotos, Nummern.
  • Filter sollten der Auswahl des Einkäufers folgen: Anwendung, Maß, Werkstoff, Norm.
  • Ein Anfrage-Button mit Produkt und Menge erspart Rückfragen per E-Mail.
  • Strukturierte Produktdaten helfen Google, Ihre Artikel zu verstehen und anzuzeigen.

Der PDF-Katalog hat Herstellern und Händlern jahrzehntelang gedient. Er hat aber vier Probleme, die jedes Jahr größer werden: Er ist schwer zu versenden, auf dem Handy mühsam zu lesen, für Suchmaschinen Artikel für Artikel kaum sichtbar und am Tag nach dem Druck veraltet. Ein digitaler Katalog löst alle vier und verändert, wie Einkäufer Sie finden.

Was ist das Problem mit dem PDF-Katalog?

PDF-Katalog Online-Katalog
20–50-MB-Datei per E-Mail Ein Link, der sofort öffnet
Zoomen und Scrollen auf dem Handy Mobil optimierte Seiten
Eine Datei für alle Produkte Eine Seite pro Produkt, in der Suche auffindbar
Veraltet nach jeder Änderung Aktuell, sobald sich Daten ändern
Kunde ruft an, welche Variante passt Filter und Datenblätter beantworten das
Anfrage per E-Mail mit Artikelbeschreibung Anfrage-Button mit dem exakten Produkt

Der größte Verlust ist die Suche. Wer eine Artikelnummer oder “Kugelhahn Edelstahl 2 Zoll Flansch” eingibt, landet nicht auf Seite 47 Ihres PDFs, sondern bei dem, der eine Seite für genau dieses Produkt hat.

Wo steckt die eigentliche Arbeit?

Das Design ist der leichte Teil. Der Aufwand liegt in den Produktdaten:

  1. Bestandsaufnahme: Daten aus ERP, Tabellen und aktuellem PDF exportieren.
  2. Felder: pro Kategorie die relevanten Merkmale (Maß, Werkstoff, Druckstufe, Norm, Oberfläche) mit einheitlichen Einheiten festlegen.
  3. Nummern und Varianten: danach entscheiden, wie Kunden bestellen.
  4. Fotos und Zeichnungen: einheitliche Hintergründe und Perspektiven, Zeichnungen oder 3D-Daten zum Download.
  5. Texte: eine kurze Beschreibung pro Produkt in der Sprache des Einkäufers.

Wie sollten Kategorien und Filter funktionieren?

Filter folgen der Auswahl des Einkäufers, nicht der Lagerordnung: Anwendung, Maß oder Leistung, Werkstoff und Oberfläche, Norm oder Zertifikat sowie Anschluss oder Kompatibilität. Die Suche sollte Namen, Artikelnummern und häufige Tippfehler verstehen.

Was gehört auf eine Produktseite?

  • Klarer Name und Artikelnummer im Titel.
  • Fotos und bei Bedarf Zeichnung oder 3D-Download.
  • Tabelle mit technischen Daten und einheitlichen Einheiten.
  • Anwendungen und passende Produkte.
  • Downloads: Datenblatt, Anleitung, Zertifikat.
  • Anfrage mit Produkt, Variante und Menge.

Dieser Button macht den Katalog zum Vertriebswerkzeug: Der Vertrieb erhält den exakten Artikel und die Menge, bereit zur Kalkulation.

Wie hilft der Online-Katalog bei SEO?

Element Warum es zählt
Eigener Titel mit Produktname und Nummer Entspricht dem, was Einkäufer eintippen
Strukturierte Produktdaten (schema.org/Product) Helfen Google, Name, Bild, Marke und Kennungen zu verstehen
Sprechende Dateinamen und Alt-Texte Bringen Produkte in die Bildersuche
XML-Sitemap mit allen Produktseiten Sorgt dafür, dass jeder Artikel gefunden wird
Interne Links zwischen Produkten und Kategorien Verteilen Relevanz und erleichtern das Stöbern
Schnelle Seiten auf dem Handy Pflicht für Rankings und Nutzer

So gebaut fügt sich der Katalog in eine Industrie-Website, die Anfragen bringt: Produktseiten bringen Besucher, Leistungs- und Kontaktseiten machen daraus Gespräche.

Muss das PDF verschwinden?

Nicht unbedingt. Manche Kunden wollen weiterhin eine Datei. Der Unterschied: Der Online-Katalog wird zur Datenquelle, und das PDF wird bei Bedarf aus denselben Daten erzeugt, sodass beide immer übereinstimmen.

Wie bleibt der Katalog aktuell?

  • Tabelle oder ERP als Quelle: Der Katalog wird aus dem Export neu erzeugt.
  • Einfache Oberfläche: Eine Person pflegt Produkte mit Pflichtfeldern.
  • Quartalsweise Prüfung: Der Vertrieb meldet ausgelaufene oder oft nachgefragte Artikel.

Was sind die häufigsten Fehler?

  • Das PDF einfach auf die Website kopieren. Ein Katalog aus zerschnittenen PDF-Seiten bleibt für Google unsichtbar und ist mühsam zu bedienen.
  • Uneinheitliche Daten. Gemischte Einheiten, leere Felder und verschiedene Namen für dasselbe Merkmal machen Filter unbrauchbar.
  • Filter nach internen Nummern. Einkäufer kennen Ihre Familiencodes nicht; sie kennen Anwendung, Maß und Werkstoff.
  • Niemand verantwortlich nach dem Start. Ohne Zuständigkeit veraltet der Online-Katalog so wie das PDF, das er ersetzt hat.
  • Katalog hinter Login. Seiten mit Anmeldung werden nicht indexiert. Produktinformationen öffentlich lassen, nur Preise oder Kundenkonditionen schützen.

Was bestimmt die Kosten?

Anzahl der Produkte und Kategorien, Zustand der Quelldaten, zu erstellende oder aufzubereitende Fotos, Anbindungen an Tabelle oder ERP und Zusatzfunktionen wie Kundenbereich oder kundenspezifische Preise. Der größte Posten ist fast immer die Datenbereinigung.

Checkliste für die Umstellung

  • Produktliste exportiert und Dubletten entfernt.
  • Merkmale und Einheiten pro Kategorie festgelegt.
  • Fotos vereinheitlicht; Zeichnungen und Datenblätter gesammelt.
  • Kategorien und Filter mit dem Vertrieb abgestimmt.
  • Produktseitenvorlage mit Datentabelle und Anfrage-Button.
  • Strukturierte Daten und Sitemap eingerichtet.
  • QR-Codes auf Verpackung und Drucksachen zu den Produktseiten.
  • Verantwortliche Person und Pflegeroutine festgelegt.

Den Katalog online zu bringen ist weniger ein Design- als ein Datenprojekt. Gut gemacht wird jedes Produkt zu einer Seite, die Einkäufer selbst finden, verstehen und anfragen.

Wann sich Outsourcing lohnt

  • Sie haben Hunderte Artikel in Tabellen oder im ERP und kein Web-Team für die Aufbereitung
  • Der Vertrieb verschickt veraltete PDFs und Kunden bestellen die falsche Variante

Wann nicht

  • Sie brauchen einen vollständigen Shop mit Warenkorb, Versand und Zahlung; planen Sie das als E-Commerce

Häufige Fragen

Braucht ein Online-Katalog Preise?

Nein. Viele Industriekataloge zeigen keine Preise und nutzen eine Anfrage pro Artikel, weil der Preis von Menge und Konditionen abhängt.

Lässt sich der Katalog aus Tabelle oder ERP aktualisieren?

Ja. Der Katalog kann aus einer Tabelle oder einem ERP-Export erzeugt werden. Ändern sich die Daten, wird er ohne Bearbeitung jeder einzelnen Seite aktualisiert.

Gehört der Katalog auf unsere Website oder eine eigene Domain?

Meist auf Ihre Website, etwa unter /produkte. So stärkt jede Produktseite Ihre Domain und verlinkt natürlich auf Leistungen, Kontakt und Referenzen.

Und das PDF? Löschen?

Behalten Sie ein PDF zum Download, erzeugt aus denselben Daten. Der Online-Katalog wird zur Datenquelle, das PDF zum Nebenprodukt.

Quellen

  1. Google Search Central: Strukturierte Daten für Produkte (abgerufen am 9. Oktober 2026)
  2. Google Search Central: Best Practices für Bilder (abgerufen am 9. Oktober 2026)
  3. Google Search Central: Übersicht über Sitemaps (abgerufen am 9. Oktober 2026)
  4. Schema.org: Product (abgerufen am 9. Oktober 2026)

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