Reverse Engineering
Auch genannt: Rückkonstruktion · Nachkonstruktion
Reverse Engineering erstellt 3D-Modell und Zeichnung eines Teils aus dem physischen Teil, wenn keine Konstruktion (mehr) vorliegt.
Reverse Engineering (Rückkonstruktion) kehrt den Konstruktionsprozess um: Statt erst zu zeichnen und dann zu fertigen, geht man vom vorhandenen Teil zum CAD-Modell und zur Fertigungszeichnung. Typisch ist das für Ersatzteile alter Maschinen, importierte Komponenten ohne Lieferant und übernommene Konstruktionen ohne Dokumentation.
So funktioniert es
Der Ablauf kombiniert Messen (Messschieber, Mikrometer, Messarm oder 3D-Scan), Interpretieren und Modellieren. Das Interpretieren ist die eigentliche Ingenieurarbeit: Ein gebrauchtes Teil ist verschlissen und verformt, also muss entschieden werden, welches Nennmaß und welche Toleranz sinnvoll sind, ob ein Gewinde metrisch oder zöllig ist und welche Passung die Montage braucht. Ergebnis ist eine parametrische STEP-Datei und eine Zeichnung, mit der sich das Teil neu fertigen lässt, keine Kopie seiner Fehler.
Praxisbeispiel
Ein Zahnrad einer Maschine von 1987 brach, der Hersteller existiert nicht mehr. Das Teil wurde gescannt und vermessen, Modul und Zähnezahl bestimmt, der Werkstoff analysiert und die Zeichnung mit Passungstoleranzen erstellt. Das neue Zahnrad wurde gefräst, und die Maschine lief nach einer Woche wieder.
Häufige Fehler
- Das Maß des verschlissenen Teils als Nennmaß übernehmen.
- Das Gegenstück ignorieren, das die nötige Passung bestimmt.
- Nur ein gescanntes Netz liefern, das für die Zerspanung unbrauchbar ist.
Häufige Fragen
Ist Reverse Engineering erlaubt?
Für Instandhaltung und Ersatzteile eigener Anlagen in der Regel ja. Bei patent- oder designgeschützten Teilen ist Vorsicht geboten; vor einer Fertigung zum Verkauf sollte das geprüft werden.
Aktualisiert am
Passende Leistung
Reverse Engineering
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