Meldebestand
Auch genannt: Bestellpunkt · Mindestbestand · Reorder point
Der Meldebestand ist der Lagerbestand, bei dem nachbestellt werden muss, damit der Artikel bis zur Lieferung nicht ausgeht.
Der Meldebestand beantwortet eine einfache Frage: Bei welchem Bestand muss die nächste Bestellung raus? Wird zu früh bestellt, liegt Material herum; wird zu spät bestellt, steht die Fertigung und wartet auf den Lieferanten.
So funktioniert es
Die Grundformel lautet durchschnittlicher Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Der Sicherheitsbestand deckt Verbrauchsschwankungen und Lieferverzug ab. Vergleicht das ERP täglich den Bestand mit dem Meldebestand, wird Nachschub zur Routine: Das System meldet oder holt direkt Angebote freigegebener Lieferanten ein, erstellt den Vergleich und bittet den Einkauf nur noch um Freigabe.
Praxisbeispiel
Ein Lohnfertiger verbraucht im Schnitt 12 Stangen C45 ⌀50 pro Woche (etwa 2,4 je Arbeitstag). Der Lieferant liefert in 6 Arbeitstagen, der Sicherheitsbestand beträgt 8 Stangen. Meldebestand = 2,4 × 6 + 8 ≈ 22 Stangen. Fällt der Bestand auf 22, geht die Anfrage automatisch raus.
Häufige Fehler
- Denselben Mindestbestand für Artikel mit sehr unterschiedlichem Verbrauch und Lieferzeit nutzen.
- Die Wiederbeschaffungszeit nicht anpassen, wenn der Lieferant wechselt.
- Für Aufträge reserviertes Material als frei verfügbar zählen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?
Der Sicherheitsbestand ist der Puffer für Unvorhergesehenes; der Meldebestand ist der Bestellauslöser und umfasst den Verbrauch während der Lieferzeit plus diesen Puffer.
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