K-Faktor
Auch genannt: Abwicklung · Biegeverkürzung
Der K-Faktor beschreibt die Lage der neutralen Faser in der Blechdicke. Er bestimmt die Abwicklungslänge, damit das Biegeteil maßhaltig wird.
Beim Biegen wird die Außenseite gestreckt und die Innenseite gestaucht. Irgendwo in der Blechdicke liegt eine Linie, deren Länge sich nicht ändert: die neutrale Faser. Der K-Faktor ist das Verhältnis ihres Abstands zur Innenseite zur Blechdicke, meist zwischen 0,3 und 0,5.
So funktioniert es
Das CAD berechnet mit dem K-Faktor die Biegeverkürzung bzw. Biegezugabe und daraus die Abwicklung. Der Wert hängt von Werkstoff, Dicke, Innenradius und Werkzeug der Abkantpresse (Gesenköffnung) ab. Deshalb ist der richtige K-Faktor der des Betriebs, der biegt: Ein Pauschalwert kann einen Schenkel um Zehntelmillimeter verfehlen, was sich bei mehreren Biegungen summiert.
Praxisbeispiel
Ein Kasten aus 2-mm-Baustahl mit vier Biegungen war insgesamt 1,2 mm zu lang. Die Abkanterei maß einen Probestreifen, der K-Faktor wurde im CAD von 0,44 auf 0,38 angepasst, und die neue Abwicklung traf das Maß beim ersten Versuch.
Häufige Fehler
- Den Standard-K-Faktor des CAD für jeden Werkstoff und jede Dicke verwenden.
- Das Gesenk wechseln, ohne die Abwicklung zu prüfen.
- Einen kleineren Innenradius zeichnen, als das Werkzeug biegen kann.
Häufige Fragen
Wie ermittle ich den K-Faktor meiner Abkantpresse?
Einen Streifen bekannter Länge biegen, die Schenkel messen und die tatsächliche Biegeverkürzung berechnen. Mit diesem Wert stellt das CAD den K-Faktor für Werkstoff, Dicke und Werkzeug ein.
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