Stückliste aus der SolidWorks-Baugruppe: eine Struktur, die der Einkauf nutzt
Eine Stückliste, mit der der Einkauf arbeiten kann, entsteht aus einheitlichen benutzerdefinierten Eigenschaften in jedem Teil, nicht aus dem Nachbearbeiten einer exportierten Tabelle. Legen Sie die Spalten fest (Sachnummer, Benennung, Werkstoff, Oberfläche, Eigenfertigung/Zukauf, Herstellernummer, Menge), pflegen Sie sie als Eigenschaften in den Vorlagen, wählen Sie Struktur- oder Mengenstückliste je nach Zweck und exportieren Sie in das Format, das Ihr ERP einliest.
Guilherme Rodrigues ItinoseAktualisiert 3 Min. Lesezeit
Das Wichtigste
- Die Stückliste an der Quelle richtig machen: Eigenschaften in Teil- und Baugruppenvorlagen.
- Der Einkauf braucht Eigenfertigung/Zukauf, Herstellernummern und Oberfläche, nicht nur eine Teileliste.
- Strukturstückliste für Fertigung und Montage, Mengenübersicht für den Einkauf.
- Exportierte Tabellen nie von Hand ändern: Modell ändern, neu exportieren.
Jedes Unternehmen, das in SolidWorks konstruiert und zukauft, kennt dieselbe Tabelle: die Stückliste, die jemand exportiert, von Hand korrigiert und an den Einkauf geschickt hat, der sie wieder korrigiert. Beim nächsten Änderungsstand geht es von vorn los. Der Ausweg: die Stückliste aus Daten erzeugen, die im Modell schon stimmen.
Was der Einkauf braucht
| Spalte | Wozu | Quelle in SolidWorks |
|---|---|---|
| Position / Ebene | Zeile auf der Zeichnung finden | Positionsnummer, Struktur |
| Sachnummer | Bestellen und verfolgen | Eigenschaft PartNo (oder Dateiname) |
| Index | Den richtigen Stand bestellen | Eigenschaft Revision |
| Benennung | Lesbarer Name | Eigenschaft Description |
| Werkstoff | Materialdisposition | SW-Material |
| Oberfläche | Fremdbearbeitung (Verzinken, Pulverbeschichten) | Eigenschaft Finish |
| Eigenfertigung / Zukauf | Wer liefert | Eigenschaft MakeBuy |
| Herstellernummer | Zukaufteile | Eigenschaft VendorPN |
| Menge | Wie viele | Berechnet |
Legen Sie die Namen einmal fest und hinterlegen Sie sie in den Vorlagen, damit jede neue Datei sie mitbringt.
Struktur- oder Mengenstückliste
Die Strukturstückliste folgt dem Baugruppenbaum: Schweißrahmen mit Rohren und Blechen darunter, Schutzhaube mit Schrauben. Die Mengenübersicht summiert: Kommt das 6-mm-Blech zweimal im Rahmen und je einmal in zwei Hauben vor, sieht der Einkauf „Blech 6 mm × 4“. Beides kommt aus derselben Baugruppe.
Bauen Sie den Baum so auf, wie die Werkstatt arbeitet. Wird eine Schweißgruppe vor dem Einbau montiert, gehört sie als Unterbaugruppe (oder Schweißteil mit Zuschnittsliste) in den Baum. Was als Set gekauft wird, wird gruppiert.
Warum Stückliste und Modell auseinanderlaufen
- Eigenschaften in der Tabelle statt im Teil: der nächste Export verliert sie.
- Konfigurationen ohne eigene Eigenschaften: eine Teilefamilie mit zehn Längen exportiert zehn Zeilen mit derselben Benennung. Nutzen Sie konfigurationsspezifische Eigenschaften.
- Zukaufteile frei modelliert: eine Schraube, einmal gezeichnet und einmal aus der Toolbox, erscheint als zwei Artikel. Nutzen Sie eine gepflegte Bibliothek mit Hersteller und Herstellernummer.
Eigenfertigung, Zukauf, Phantom
| Wert | Bedeutung | Erscheint in |
|---|---|---|
| Eigenfertigung | Im Haus oder beim Lohnfertiger nach Ihrer Zeichnung | Fertigungsstückliste, Arbeitsplan |
| Zukauf | Fertig aus dem Katalog | Einkaufsstückliste |
| Phantom | Nur Gliederung, nie gelagert | Strukturstückliste |
Mengeneinheiten
Profile, Rohre und Kabel kauft man in Metern, Bleche nach Fläche oder Gewicht, Schrauben in Stück. Steht „1“ bei einem Rohr, das der Einkauf in 6-m-Stangen bestellt, übersetzt jemand das bei jeder Bestellung. Ergänzen Sie eine Mengeneinheit und eine Menge in dieser Einheit (bei Schweißteilen Zuschnittlänge mal Anzahl): „4,8 m Rohr 40×40×3“ statt „4 Stück“.
Export ins ERP
- Eine Tabellenvorlage mit den Spalten in der Reihenfolge speichern, die Ihr ERP (SAP, proALPHA oder ein anderes) erwartet.
- Als CSV oder XLSX aus der Zeichnungstabelle exportieren, per Makro oder über das PDM.
- Mit einer Baugruppe testen und bei Fehlern die Eigenschaft korrigieren, nicht die Tabelle.
Klären Sie vorher mit der ERP-Verantwortung, welche Stücklistenart importiert wird (einstufig je Baugruppe oder mehrstufig), welche Mengeneinheit jeder Artikel hat und was bei neuen Artikeln passiert.
Wenn Sie Eigenschaften und Vorlagen Ihrer Modelle aufräumen wollen, siehe unsere Fertigungsdokumentation.
Die Regel, die am meisten Zeit spart
Exportierte Stücklisten nicht bearbeiten. Stimmt eine Benennung, ein Werkstoff oder eine Menge nicht, im Modell korrigieren und neu exportieren. Die Tabelle ist ein Bericht, nicht die Quelle.
Wann sich Outsourcing lohnt
- Stücklisten werden für jeden Auftrag in Excel neu gebaut
- Der ERP-Import scheitert an uneinheitlichen Eigenschaften
Wann nicht
- Ihr PDM erzeugt bereits ERP-fertige Stücklisten mit sauberen Daten
Häufige Fragen
Struktur- oder Mengenstückliste?
Strukturstückliste für Fertigung und Montage, weil sie den Aufbau zeigt. Mengenübersicht für den Einkauf, weil sie Mengen über das Produkt summiert. SolidWorks erzeugt beide aus derselben Baugruppe.
Was ist mit Normteilen aus der Toolbox?
Geben Sie ihnen über die Toolbox-Konfiguration einheitliche Eigenschaften (Benennung, Norm, Größe, Werkstoff, Oberfläche), sonst erscheinen sie in jeder Stückliste anders.
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